Hauptforderung von Fridays for Future für Bielefeld – Klimaneutralität bis 2035

Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung am 11. Juli 2019 mehrheitlich den Klimanotstand für Bielefeld erklärt. Demzufolge muss Bielefeld bis 2035 klimaneutral sein.

Um dies zu erreichen, fordern wir vom Rat der Stadt Bielefeld:

1.    Konsequente Weiterentwicklung des Handlungsprogramms Klimaschutz zu einem Aktionsplan Klimaneutralität 2035
 
2.    Bereitstellung der für dessen Umsetzung notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen 
 
3.    Sofortiger Aufbau eines transparenten Monitoring-Systems zum Umsetzungsstand des Aktionsplans
 
4.    Berücksichtigung der Klimaauswirkungen bei jedem Beschluss der politischen Gremien und Entscheidungen der Verwaltung ab sofort
 
 
 

Pfade zur Klimaneutralität bis 2035

Das bedeutet ambitionierte Anstrengungen in allen von der Stadt in der Fortschreibung des Handlungsprogramms Klimaschutz bereits beschlossenen Handlungsfeldern, u. a.:

  1. Erneuerbare Energien

  • Verzicht sowohl auf fossile Energieträger als auch auf Atomkraft im Strommix der Stadtwerke bis 2030
  • Verzicht auf fossile Energieträger im Fernwärmenetz der Stadtwerke bis 2030
  • Schaffung eines Anreizsystems zur Umstellung der Strom- und Wärmeversorgung auf dezentrale erneuerbare Energien im privaten und gewerblichen Gebäudebestand
  1. Effiziente Gebäude

  • Klimaneutralität und Verbesserung der Ökobilanz aller bestehenden städtischen Gebäude
  • Neubau städtischer Gebäude mit Energie- und Ressourceneffizienzstandards weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus ab sofort
  1. Klimagerechte Stadtentwicklung

  • Festsetzungen zur solartauglichen Ausrichtung von Gebäuden und ressourceneffizienten Bauweisen in allen Bebauungsplänen für Wohnbau- und Gewerbegebiete ab sofort
  • Reduzierung der zusätzlichen Flächenversiegelung durch neue Bau- und     Verkehrsflächen 
  • Vollständiger Erhalt des vorhandenen Stadtgrüns und sofortige Wiedereinführung einer Baumschutzsatzung 
  1. Verkehr

  • Konsequente Umsetzung der Mobilitätsstrategie der Stadt Bielefeld und Steigerung des   Umweltverbundanteils (Fuß- und Radverkehr, öffentlicher Verkehr) auf insgesamt 75 % bis 2030
  • Konsequente Umsetzung des mit Radentscheid geschlossenen Vertrages
  • Förderung des ÖPNV durch Ausbau, Beschleunigung und Taktverdichtung des Stadtbahn- und Busangebots mit verbesserten Anschlüssen und Direktverbindungen
  1. Nachhaltiges Wirtschaften   

  • Schaffung von steuerlichen Anreizen und Bereitstellung von Beratungsangeboten für die Verankerung von Nachhaltigkeitskriterien und die Implementierung der Kreislaufwirtschaft in Unternehmen (Cradle to Cradle)
  • Verankerung von Nachhaltigkeitskriterien und Lebenszykluskosten im Beschaffungswesen der Stadtverwaltung
  1. Ernährung und Landwirtschaft

  • Nachhaltige Bewirtschaftung landwirtschaftlich genutzter Flächen
  • Erhöhung des Anteils biologisch und regional produzierter Lebensmittel in öffentlichen Kantinen und Verpflegungseinrichtungen (inkl. vegetarischer und veganer Lebensmittel)
  1. Klimabewußtsein und Transfer

  • Fachübergreifende Einbeziehung der Klimakrise und der Ökologie in die Lehrpläne der allgemein- und berufsbildenden städtischen Schulen im Rahmen der bildungspolitischen Vorgaben des Landes
  • Aktive Information der Bevölkerung über das Ausmaß der Klimakrise und Aufzeigen von Handlungsmöglichkeiten
  1. Aktiver CO2-Entzug: Kohlenstoff langfristig binden und wertvolle Rohstoffe gewinnen

  • Bewirtschaftung des Waldes als Kohlenstoffspeicher 
  • Förderung von Humusaufbau 
  • Neue Abfallbewirtschaftung, z. B. Pyrolyse von Biomasse fördern